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nächtliche Erkenntnisse

"Ich weiß nicht, ob es wahre Liebe gibt, die in alle Ewigkeit währt. Ich glaube aber, dass es Liebe gibt, die für einen Augenblick wahr ist und dass sie durch diesen Augenblick Ewigkeit erfährt."

Diesen Satz habe ich heute aufgeschnappt und er sprach mich an. Die Ewigkeit zu definieren ist ein Ding der Unmöglichkeit, also warum sollte man nicht alles, was einem in diesem einen Augenblick wiederfährt zu seiner persönlichen Ewigkeit machen? Warum sucht der Mensch diese Sicherheit, "für immer" von jemandem geliebt zu werden? Es ist doch viel bedeutender, jetzt geliebt zu werden. Es liegt in unserer Hand Augenblicken Bedeutung beizumessen - jetzt glücklich zu sein mit jemandem oder einfach nur mit sich selbst - anstatt in der Zukunft über den dann vergangenen Augenblick nachzudenken und ihn dann vielleicht zu bewerten.

Gestern war ich auf der Geburtstagsfeier meiner Studienkollegin. Seltsam wie schnell man sich auch unter "Fremden" wohl fühlen kann, obwohl man nicht viel gemein hat, als die Freundschaft zu diesem einen Mädchen. Und es ist doch mehr als nichts. Ich mag unsere gemeinsamen Gespräche in der U-Bahn auf dem Heimweg von der Uni über belanglose Dinge, wie dem Spinat-Schafkäse-Belag einer von ihr gekauften Pizza, der Müdigkeit nach einer Vorlesung oder dass man Freitag Abends doch noch eine Wochenend-Ausgabe der U-Bahnzeitung ergattert hat, obwohl die für gewöhnlich schon nachmittags vergriffen ist. Aber diese Vertrautheit ist hier. Ab und zu erzählen wir uns Dinge, über denen eine unausgesprochene Verschwiegenheit liegt. Sie war diejenige, die mich vor einem Jahr im ersten Semester, als wir uns alle fremd waren, aufgefangen hat. Wortwörtlich. Vielleicht lag es daran, dass sie hinter mir stand, als es passierte... aber sie hielt mich fest. Auch als ich wieder zu mir kam. 

Der Heimweg von ihrer Feier habe ich mir einfacher vorgestellt. Ich fühlte mich sicher, wie ich das Haus verließ... bis ich auf die Nightline warten musste und festgestellt habe, dass man auch von Fremden angeredet wird, wenn man sehr böse schaut. Wenn ich mit ihm in der Nacht heimfahre, hab ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, ob uns jemand folgen könnte. Mit ihm fühle ich mich sicher. Nur leider, war ich ohne ihm unterwegs... und der Fremde musste dann auch in die selbe Nightline umsteigen. Und als ich im Bus aufstand, um mir den Fahrplan anzuschauen, blieb er stehen. Und der Fremde stieg aus. Und ich wusste nicht, ob er tatsächlich aussteigen wollte, oder ob er dachte, ich würde aussteigen. Und ich war erleichtert, dass ich mich für die nächste Station entschieden hatte.   

7.2.08 19:35





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